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Führt der Weg eines Wanderers vom Osten her in das Tal der Schemmer, so sieht er bald hinter Friemen die roten Dächer von Burghofen am Fuße des Wilden Steins aufleuchten. Das saftige Grün der Wiesen zu beiden Seiten des Schemmerbaches und die wechselnden Farben des Laub- und Nadelwaldes an dem Berghang zu seiner Linken begleiten den Wanderer bis zum Eingang des Dorfes. Die Fachwerkhäuser zusammen mit den gepflegten Vorgärten entlang der Straße ergeben ein freundliches und sauberes Dorfbild, das durch zwei mitten im Ort zusammenfließende Bäche belebt wird.


Das schmucke Dorf hatte seinen ländlichen Charakter bewahrt. Zwar hat man um 1850 versucht, westlich des Ortes einen Bergbaubetrieb zu eröffnen, als man am Fuße des Stahlberges kupfer- und eisenhaltiges Gestein entdeckte, aber die kurfürstlich-hessische Regierung hat den Plan bald wieder aufgegeben, weil der Abbau keinen Gewinn brachte. Auch ein erneuter Versuch eines Kohlenhändlers aus Kassel scheiterte im Jahre 1903. Um 1877 wurde die „Berlin-Coblenzer Eisenbahn” gebaut.

 


Man kann vermuten, daß der Schemmergrund wegen seines Wasserreichtums schon von dem germanischen Volksstamm der Chatten besiedelt worden ist. Die ältesten Urkunden bezeugen, daß die Schemmermark, zu der die Dörfer Schemmern, Gehau, Burghofen, Hetzerode und Mäckelsdorf gehören, um 980 ein Teil der Besitzungen der Abtei Fulda wurde, nachdem die adligen Grundherren von Skamberaha (Schemmern) - er hieß Hartmann und seine Frau Hiltigundis -im Tauschvertrag ihren Besitz gegen ein Gut in Thüringen an das Kloster Fulda abtraten. Der Schemmergrund muß später in den Besitz der Herren von Dryfort (Treffurt) gekommen sein, denn diese gaben 1347 die Mark dem Abt von Fulda zu Lehen, der sie weiter an das fürstliche Haus Hessen verlieh. Der Landgraf von Hessen erwarb 1350 das Amt Spangenberg, zu dem der Schemmergrund gehört, so daß von dieser Zeit an Burghofen ein Bestandteil der LandgrafschaftHessen wurde. Der thüringisch-hessische Erbfolgekrieg (1247-1264) und die Fehden der Fürsten, die nach Unabhängigkeit strebten, brächten sicher auch über Burghofen Not und Elend. Die Pest und der schwarze Tod forderten um 1350 viele Opfer. In dieser Zeit entstanden die Wüstungen in der Umgebung Burghofens. So sind die Siedlungen Ober- und Unterfischbach im Fischbachtal und Goltspach im Goldbachtal bekannt. Noch heute lassen Steinspuren im Goldbachtal auf eine frühere Siedlung schließen, die schon 1425 Wüstung ist.


Die Namen Burghofen, Burgberg, Ritterswiesen und Rittersberg lassen vermuten, daß oberhalb des Dorfes eine Burg gestanden hat, obwohl man bisher keine Ruinenreste oder entsprechende Spuren finden konnte. Auch der aus einer anderen Quelle um 1334 auftauchende Ortsname „Barkoben”, aus dem später Burghofen wird, läßt diese Annahme unwahrscheinlich werden. Trotzdem ist die Vermutung, dass zumindest eine Holzburg existiert hat, aus den geschichtlichen Vorgängen der damaligen Zeit durchaus begründet. Die Adligen gaben ihren Soldaten, die für sie gekämpft hatten, Hufe in Afterlehen, für die sie als Gegenleistung Naturalien, Geld und Hand- und Spanndienste forderten, wie auch aus den Lagerbüchern von Burghofen hervorgeht. Die Herren übernahmen von der Burg aus den Schutz der neuen im Tal angesiedelten „Burghöfe”.


Im dreißigjährigen Krieg hatte Burghofen von 1622 an unter Durchzügen und Brandschatzungen der bayrischen, kaiserlichen, schwedischen und hessischen Truppen zu leiden. Besonders gefürchtet waren die kaiserlichen Kroaten, die 1637 in der Schemmermark erschienen. Schemmern, Hetzerode und Mäckelsdorf wurden völlig niedergebrannt, wie der Zeitgenosse Pfarrer Jakob Vogeley berichtet, aber da er von Burghofen nichts meldet, ist anzunehmen, daß es verschont geblieben ist.